Nach dem verwandelten Matchball am Ende eines epischen Comebacks brüllte Anton Amling seine Freude heraus. Das 13 Jahre alte Nachwuchsjuwel des SV Sömmerda zeigte bei den Kreismeisterschaften der Junioren in Buttstädt nicht nur höchstes spielerisches Niveau, sondern beeindruckte an einem Marathon-Tag mit dem Start in gleich zwei Altersklassen auch durch körperliche und mentale Stärke.
Der Lohn: Anton gewann in einem spektakulären Finale, das eigentlich schon verloren schien, nicht nur den Titel in der Altersklasse bis 15 Jahre. Zusätzlich spielte er sich bei seinem Debüt in der Klasse der Unter-19-Jährigen parallel bis ins Halbfinale und erreichte auf Anhieb einen hervorragenden dritten Platz.
In der AK 15 ging Anton als Topfavorit an den Start und untermauerte die Vorschusslorbeeren zunächst eindrucksvoll. Die Gruppenphase meisterte er scheinbar mühelos und blieb anschließend auch im Viertel- sowie im Halbfinale ohne Satzverlust. Dass der Stammspieler der dritten Herrenmannschaft des SVS aber auch gegen erfahrenere Gegner auf deutlich höherem Niveau mithalten kann, zeigte er in der Konkurrenz der AK 19. Immer wieder schaffte es Anton, sich an die unterschiedlichen Spielstile der beiden parallel ausgetragenen Klassen anzupassen und seine Gegner zu demoralisieren.
Doch der Start in zwei Klassen forderte mit zunehmender Dauer des Tages allmählich seinen Tribut. Anton stand quasi pausenlos an der Platte, Zeit zum Verschnaufen blieb keine. Sowohl für die Kondition als auch für die Konzentration war es eine spezielle Belastungsprobe, die der Youngster aber stark meisterte. In der AK 19 endete sein furioser Lauf erst im Halbfinale gegen den späteren Turniersieger Jan Sänger aus Rastenberg, dem er allerdings einen großen Kampf über vier hart umkämpfte Sätze lieferte.
Den Schlusspunkt seines Tages bildete schließlich das Finale der AK 15 gegen Otto Joseph aus Frohndorf/Orlishausen, in dem sich die Tischtennis-Götter zunächst scheinbar gegen Anton verschworen hatten. Zahlreiche unglückliche Netzbälle und einige der nachlassenden Konzentration geschuldete Fehler sorgten für einen 0:2-Satzrückstand. Doch statt sich angesichts seiner Müdigkeit und des bitteren Spielverlaufs seinem Schicksal zu ergeben, bewies Anton Mentalität und Widerstandsfähigkeit.
So kämpfte sich der Sömmerdaer in das Spiel zurück und glich mit großer Willenskraft zum 2:2 aus. Dann folgte der letzte Satz, der Anton nach insgesamt viereinhalb Stunden Wettkampf noch einmal alles abverlangte, vor allem mental. Denn zunächst erspielte er sich dank einer 10:6-Führung vier Matchbälle, das Spiel schien entschieden. Doch der letzte, entscheidende Punkt wollte einfach nicht gelingen.
Es ging tatsächlich in die Verlängerung, in der Anton schließlich seine Nerven unter Kontrolle behielt und mit 14:12 triumphierte. Ein lauter Schrei der Erleichterung ließ erahnen, was dieser Moment für ihn bedeutete.
"Ich freue mich riesig über meinen Sieg in der AK 15 und den 3. Platz in der AK 19", sagte Anton. "Das Finale gegen Otto am Ende war noch einmal sehr hart. Nach dem 0:2 hatte ich schon ein paar Zweifel, doch zum Glück konnte ich das Spiel noch drehen. Das bedeutet mir sehr viel und gibt mir Mut für die Zukunft. In der AK 19 konnte ich wertvolle Erfahrungen sammeln und bin mit dem Halbfinale sehr zufrieden."
Lobende Worte gab es von Abteilungsleiter Matthias Gliche, der als Trainer und moralische Unterstützung für Anton mit dabei war. "Wir als gesamter Verein sind sehr stolz auf Antons Leistung in Buttstädt. In der AK 15 ist er seiner Favoritenrolle bravourös gerecht geworden. Das Finale war zwar eng, aber das war vor allem dem hohen Pensum geschuldet, das Anton zuvor gegangen war. Trotz Müdigkeit noch einmal so zurückzukommen, ist große Klasse", sagte Matthias.
Auch Antons Auftritt in der höheren Altersklasse hob Matthias hervor: "In der AK 19 hat er gegen teils erfahrenere Spieler groß aufgespielt und musste sich im Halbfinale nur dem späteren Sieger geschlagen geben. Für Anton war es der nächste wichtige Schritt in seiner Entwicklung und wir freuen uns alle bereits auf seine nächsten Turniere."
Und die stehen bereits vor der Tür: Ende Mai finden in Leinefelde die Bezirksmeisterschaften der AK 15 statt, mit starker Konkurrenz etwa von Post Mühlhausen und Sponeta Erfurt. Doch Anton blickt bereits gespannt voraus: "Ich freue mich schon darauf."