Knappes Aus in der Gruppenphase, aber wichtige Erfahrungen gesammelt: Top-Talent Anton Amling vom SV Sömmerda hat bei den Bezirksmeisterschaften in der Altersklasse bis 15 Jahre in Leinefelde stark mitgehalten, auch wenn die Ergebnisse dieses Mal nicht auf seiner Seite waren. Der 13 Jahre alte amtierende Kreismeister scheiterte in seiner Vorrundengruppe als Dritter am Einzug ins Achtelfinale, verkaufte sich trotz einer nicht ganz optimalen Tagesform jedoch wacker.
In einem stark besetzten Feld von 26 Jungs begann Anton zunächst in der Doppelkonkurrenz. Er bildete ein Duo mit Otto Joseph vom SV Frohndorf/Orlishausen, beide standen sich bei diversen Kreismeisterschaften bereits gegenüber und kennen sich gut. Der Beginn verlief dann auch nahezu optimal: Ihr Auftaktspiel, das gleichbedeutend mit dem Achtelfinale war, gewannen Anton und Otto gegen Bastian Gebhardt und Emil Schneider mit 3:0 und zogen ins Viertelfinale ein.
Im Viertelfinale trafen die beiden auf Quinn Stötzer und Ben Bierschenk. Ein unangenehmes Los, schließlich gehörte Bierschenk zu den stärksten Spielern im Feld. Anton und Otto hielten dennoch gut mit, leisteten sich aber zu viele einfache Fehler. Letztlich verloren sie mit 0:3, wodurch die Doppelkonkurrenz für beide beendet war.
Weiter ging es für Anton in der Einzelkonkurrenz. Das Los brachte ihn in einer Vierergruppe mit Hoang Gian Nguyen (SV 05 Friedrichroda), Fabian Wolff (TTV Hydro Nordhausen) und Nathaniel Hamm (TTZ Sponeta Erfurt) zusammen. Die beiden besten Spieler jeder Gruppe erreichten das Achtelfinale. Zum Auftakt traf Anton auf Nguyen - ein Spiel, das rückblickend bereits über das Weiterkommen entscheiden sollte.
Letztlich wurde das Match zu einem Sinnbild für Antons Tagesform. Teilweise brillierte er mit seinen gewohnt starken Bällen, dann gab es Phasen, in denen fast gar nichts funktionieren wollte. Es war eine Achterbahnfahrt, die Anton selbst streckenweise zur Verzweiflung brachte. Vor allem seine Rückhand, die im Normalfall ein Schlüssel in seinem Spiel ist, ließ den Sömmerdaer an diesem Tag zu oft im Stich.
Den ersten Satz gegen Nguyen verlor Anton in der Verlängerung, den zweiten Durchgang sicherte er sich ungefährdet. Doch in der Folge schlichen sich erneut zu viele Fehler ein. Nach einem verkorksten dritten Satz fand der Youngster nicht mehr in die Spur und verlor letztlich mit 1:3. Es folgte das Spiel gegen Wolff, das bereits unter dem Motto "Verlieren verboten" stand. Um die Chancen auf das Weiterkommen zu wahren, musste zwingend ein Sieg her.
Und anfangs schien es so, als hätte Anton genau diese Drucksituation gebraucht, um sein Spiel konstant abrufen zu können. Mit 11:9 und 11:3 brachte er die beiden ersten Sätze sicher nach Hause, dann aber lief es erneut in die falsche Richtung. Den dritten Satz verlor er mit 10:12, ehe ein Marathon-Durchgang in Satz vier mit 18:16 an den Nordhäuser ging. Plötzlich war wieder Zittern angesagt, doch Anton behielt kühlen Kopf und gewann den fünften Satz mit 11:8.
Damit bewies Anton einmal mehr seine Nervenstärke, wie er sie bereits oft an die Platte gebracht hat. Nun begann aber die Rechnerei, und hier erwiesen sich die drei in der Verlängerung verlorenen Sätze gegen Nguyen und Wolff als enorme Hypothek. Denn aufgrund seiner negativen Satzdifferenz war Anton im finalen Spiel gegen den Erfurter Hamm zum Siegen verdammt. Und nicht nur das. Da Nguyen sein Spiel gegen Wolff gewann, konnte Anton den Friedrichrodaer nicht mehr abfangen.
Es ging also einzig und allein über einen deutlichen Sieg gegen Hamm, um den Sponeta-Schützling noch zu überholen und gemeinsam mit Nguyen ins Achtelfinale einzuziehen. Dafür brauchte es aber ein 3:0 gegen den Erfurter. Der Start verlief für Anton wie erhofft. Im ersten Satz hatte er zum ersten Mal an diesem Tag das bessere Ende in der Verlängerung auf seiner Seite und gewann mit 12:10. Doch das kleine Wunder blieb aus. Hamm gewann den zweiten Satz klar, wodurch Antons Ausscheiden besiegelt war. Am Ende ging das Spiel mit 1:3 verloren.
Dennoch repräsentierte Anton die SVS-Farben stark, auch wenn die Enttäuschung sichtbar war. "Heute war einfach nicht mein Tag. Sehr schade, aber ich habe trotzdem alles gegeben", sagte er. "Für mich war es trotz des Ergebnisses eine weitere wichtige Erfahrung, die ich mitnehmen konnte." Zudem bedankte er sich bei seinem Trainer Matthias Gliche dafür, "dass er mir wieder gute Tipps gegeben hat. Die nächsten Turniere kommen bestimmt, dann läuft es hoffentlich wieder besser."