Selbst Alfred Hitchcock hätte kein besseres Drehbuch schreiben können. Wenn die 3. Mannschaft des SV Sömmerda am Donnerstag (18:30 Uhr) für ihr finales Saisonspiel in der 2. Kreisliga an die Platte tritt, scheint ein Thriller vorprogrammiert. Gegen den bislang verlustpunktfreien Tabellenführer SV Empor Buttstädt V geht es für den Tabellenzweiten aus der Kreisstadt um nicht weniger als die Meisterschaft und damit um den Aufstieg in die 1. Kreisliga.
Ein Ligaspiel mit Finalcharakter, das durch die Geschehnisse in der Hinrunde zusätzlich an Brisanz gewinnt. Mitte November fand in Buttstädt das erste Duell der beiden bis dahin ungeschlagenen Teams statt, für unseren SVS endete das Spiel mit einer bitteren Niederlage. Mit 1:8 musste sich die Dritte in einer teils hitzigen Begegnung geschlagen geben, diesem Rückstand läuft das Team um Kapitän Matthias Gliche seither in der Tabelle hinterher.
Für das anstehende Gipfeltreffen liefert diese Niederlage aber nur zusätzliche Motivation. "Nach einer bislang nahezu perfekten Saison wollen wir uns jetzt mit dem Aufstieg belohnen. Wir sind alle heiß auf das Spiel gegen Buttstädt, vor allem nach der Niederlage in der Hinrunde. In unserer eigenen Halle streben wir Wiedergutmachung an und wollen zeigen, wer wirklich die beste Mannschaft der Liga ist", kündigt Matthias selbstbewusst an.
Mathematisch ist die Ausgangslage klar. Sömmerda geht mit zwei Punkten Rückstand und der um sechs Spiele schlechteren Spieldifferenz in das Duell. Heißt also: Der SVS muss nicht nur zwingend gewinnen, sondern auch so deutlich, dass die Spieldifferenz am Ende zugunsten unserer Dritten ausfällt. Das bedeutet wiederum: Gewinnt Sömmerda mit 8:4 oder deutlicher, sichert sich unser Team die Meisterschaft. Ein 8:6 hingegen wäre zu wenig, dann würde Buttstädt knapp vorn bleiben.
Dem Drama die Krone aufsetzen würde ein 8:5-Sieg des SVS. Dann wären beide Teams punktgleich und hätten zudem die identische Spieldifferenz auf dem Konto. In diesem Fall würde die Satzdifferenz über die gesamte Saison hinweg den Ausschlag geben. Vor dem Duell am Donnerstag liegt Buttstädt (+225) in dieser Wertung leicht vor Sömmerda (+215), am Ende könnte es also entscheidend sein, ob die finalen Spiele 3:0 oder 3:2 enden.
Es deutet sich das spektakuläre Finale an, das diese Saison verdient. Entsprechend wichtig könnte die Unterstützung der heimischen Fans in Sömmerda sein, um die letzten Kräfte freizusetzen. Matthias wünscht sich deshalb ein reges Kommen am Donnerstag. "Wir hoffen natürlich, dass viele Zuschauer anwesend sein werden und uns lautstark unterstützen", sagt er. So soll der Hitchcock-Krimi ein Happy End bekommen - und nur für Buttstädt zum Horrorfilm werden.